Sonntag, 13. September 2015

Geboren um zu sterben

Wir sind geboren um zu sterben.

Ich muss mich vorab entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber zuerst war ich im Abiturstress und danach hatte ich einfach keine Lust am PC irgendetwas zu schreiben. Tjaaaa, hier bin ich wieder. Wahrscheinlich hat keiner mein Fehlen bemerkt, das ist aber nicht schlimm. Ich kann es mir zumindest einbilden und so fühle ich mich dadurch zumindest wie etwas Besonderes. XD

Heute habe ich ein eher ernsteres Thema auf dem Herzen. Das Leben und das Sterben.
Ja, ich weiß, das ist keine leichte Lektüre, aber man muss sich auch darüber mal Gedanken machen. Jeder Mensch muss irgendwann mal sterben – die einen früher, die anderen später. Ob das einen Sinn hat? Wahrscheinlich schon, den sehen wir nur nicht. Einer amerikanischen Studie zufolge sind schon 93,5 % der Menschen gestorben, die je auf der Erde gelebt haben. Wir gehören zum glücklichen Rest, der gerade noch auf ihr Weilen darf, aber keine Angst, irgendwann zählen wir auch in die Statistik mit hinein.

Wusstet ihr schon, dass 6639 Menschen pro Stunde auf der Welt sterben? In Deutschland sind es „nur“ 99 in der Stunde. Außerdem sterben jährlich 7000 Menschen wegen einer schlechten Handschrift eines Arztes - 10 ml oder 70ml, 10 g oder 16 g das können schon fatale Fehler sein.
Ist das jetzt cool oder müsste man das eher als traurig betrachten. Hm….

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie ihr bestattet werden wollt? Ich habe da sogar einen Brief für meine Mama hinterlassen. Nur für jeden Fall, obwohl ich mir nicht sicher bin, dass sie ihn je findet. Doch der gute Wille zählt. Ich möchte unbedingt, dass ich verbrannt und heimlich ans Meer gebracht werde. Außerdem soll es auf meiner Trauerfeier reichlich Alkohol geben, damit die Stimmung schnell umschlägt und es eher feucht-fröhlich zugeht. Zwar wäre es mir lieb, wenn alle weiter an mich denken, doch ich möchte nicht, dass meine Lieben rumheulen und total traurig sind. Es sollen lieber Anekdoten erzählt werden und dabei brechen alle in Tränen aus. Oh jeh, ich kann mir das alles viel zu gut vorstellen. Schlechtes Zeichen.

In meinem kurzen Leben musste ich schon auf zu viele Beerdigungen gehen. Das ist kein Erlebnis der extraklasse. Ich habe sehr viele Tränen vergossen. Man ich war jeweils an dem Tag richtig fertig mit den Nerven, aber bei der letzten Bestattung konnte ich nicht umhin hier und da ein paar Kommentare fallen zu lassen, um mich abzulenken und die anderen zu erheitern. Als der qualmende Weihrauch durch die Gegend getragen wurde, auf dem Weg von der Kirche zum Grab, konnte ich natürlich meine Klappe nicht halten und habe mir laut vorgestellt, was wäre, wenn wir die Pflanze durch anderes Gras ;) (husthust) ersetzten. Zumindest wären dann alle happy drauf und die Party könnte losgehen. Mein Onkel und meine Mama fanden das sehr witzig. Außerdem erzähle ich an solchen Tagen die witzigsten und liebenswertesten Geschichten der Person.

Und was bleibt uns irdischen Wesen jetzt übrig? Ganz still und brav auf das Ende zu warten? Das ist ja nicht unbedingt so mein Stil. Ne… das können vielleicht andere, ich aber nicht. Ich habe mich damit abgefunden, dass das Leben endlich ist und das ich hin und wieder jemanden verlieren werde, der mir sehr viel bedeutet. Ich werde mir immer eine gewisse Trauerzeit zugestehen, aber danach muss ich weiter machen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich werde die Menschen, die ich über alles liebe nicht vergessen, sondern diese stets in meinem Herzen tragen.

Wir leben nur einmal, zumindest können wir uns an keine anderen Male erinnern. Deswegen lohnt es sich nicht von der Trauer oder Melancholie beherrscht zu werden.

Meiner Meinung nach sollten wir viel mehr genießen und das Leben auskosten. Wann wart ihr das letzte Mal im Wald und habt euch an der Natur erfreut? Wann wart ihr das letzte Mal einfach nur so spazieren, ohne Grund? Wann habt ihr euch zum letzten Mal den Sternenhimmel ausgiebig angeguckt? So viel Schönes hat die Welt zu bieten und die wenigsten Menschen bemerken das.

Wir hetzten und hasten, um Geld zu verdienen, um uns Gesundheit zu kaufen, die uns wiederum noch ein bisschen Lebenszeit verschafft. Logisch….oder so. Dann sterbe ich halt eher als die anderen, aber ich weiß, dass ich das Glück hatte zwischendurch das Leben auch mal zu genießen.  Wenn ich dann, hoffentlich alt und runzlig in einem Schaukelstuhl mit meinen Enkeln vor mir, auf mein Leben zurückschaue, will ich, dass es ein farbenfrohes Abenteuer voller Geschichten und Gefühle gewesen ist. Wieso eigentlich gewesen ist? Auch wenn ich dann nicht mehr die Jüngste bin, will ich ja dann immer noch was erleben.


Leute, ich hoffe ihr könnt meinen Gedankengang nachvollziehen und lebt euer Leben so wie es euch gefällt.



Ich glaub ich leg mich jetzt doch lieber Schlafen, sonst spam ich euch weiter mit meinem Gedöns zu. Gute Nacht und genießt euer Leben in vollen Zügen, aber noch in dem gesetzlich erlaubten Rahmen versteht sich. 

Eure DeeV

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